Hyperfokaldistanz für Landschaften
Stellen Sie genau auf die Hyperfokaldistanz scharf, dann ist alles von der halben Distanz bis unendlich scharf. Die Tabelle gilt für den gewählten Sensor.
| Brennweite |
f/8 | f/11 | f/16 |
| 14 mm |
83,1 cm | 60,8 cm | 42,2 cm |
| 16 mm |
1,08 m | 79,2 cm | 54,9 cm |
| 24 mm |
2,42 m | 1,77 m | 1,22 m |
| 35 mm |
5,14 m | 3,75 m | 2,59 m |
| 50 mm |
10,47 m | 7,63 m | 5,26 m |
So berechnen wir die Schärfentiefe
Die Hyperfokaldistanz ist H = f² / (N × c) + f, wobei f die Brennweite, N die Blende und c der Zerstreuungskreis ist. Die Schärfegrenzen sind: nah = s × (H - f) / (H + s - 2f), fern = s × (H - f) / (H - s), wobei s der Motivabstand ist. Ist s gleich H oder größer, liegt die Ferngrenze im Unendlichen.
Den Zerstreuungskreis nehmen wir wie in üblichen DOF-Tabellen (Zeiss-Standard): 0,030 mm für Vollformat, für andere Sensoren 0,030 mm geteilt durch den Crop-Faktor und gerundet. Das gilt für einen Abzug, der aus normalem Abstand betrachtet wird. Bei großen Drucken oder aus der Nähe endet die echte Schärfe früher, nehmen Sie das Ergebnis daher als Richtwert.
Häufige Fragen
Was ist Schärfentiefe?
Das ist der Bereich von Abständen zur Kamera, in dem Objekte im Foto scharf wirken. Sie fokussieren auf genau einen Abstand, davor und dahinter nimmt die Schärfe aber nur allmählich ab, und bis zu einer Grenze fällt das dem Auge nicht auf. Dieser Bereich ist die Schärfentiefe, englisch DOF.
Wovon hängt die Schärfentiefe ab?
Von drei Dingen: Blende, Motivabstand und Brennweite. Eine kleinere Blende (höhere Blendenzahl), ein größerer Abstand und eine kürzere Brennweite ergeben mehr Schärfentiefe. Die Sensorgröße wirkt indirekt: Für denselben Bildausschnitt braucht ein kleinerer Sensor eine kürzere Brennweite, daher wächst die Tiefe.
Was ist die Hyperfokaldistanz und wie nutzt man sie?
Es ist der kleinste Fokusabstand, bei dem alles bis unendlich scharf bleibt. Scharf ist dann alles ab der halben Distanz. Bei Landschaften stellen Sie sie manuell ein: f/11 und 24 mm am Vollformat ergeben etwa 1,8 m, also ist es von etwa 0,9 m bis zum Horizont scharf. Die Tabelle oben nennt Werte für übliche Brennweiten.
Warum hat eine Kamera mit kleinerem Sensor bei gleichem Bildausschnitt mehr Schärfentiefe?
Für denselben Bildausschnitt aus demselben Abstand braucht ein kleinerer Sensor eine proportional kürzere Brennweite. Die Schärfentiefe wächst dann ungefähr um den Crop-Faktor. Darum haben Smartphone oder Micro Four Thirds bei gleicher Blende mehr Tiefe, während Vollformat und Mittelformat den Hintergrund leichter unscharf machen.
Welche Blende für Porträts und welche für Landschaften?
Für Porträts meist f/1.8 bis f/2.8: Die geringe Tiefe löst die Person vom Hintergrund, bei Nahaufnahmen müssen Sie aber das Auge treffen. Für Gruppen sind f/4 bis f/5.6 besser, damit alle scharf sind. Für Landschaften f/8 bis f/11, denn bei sehr kleinen Blenden (f/16 und mehr) verschlechtert die Beugung die Schärfe.